NGC 6334 – Der Katzenpfotennebel im Sternbild Skorpion
NGC 6334 ist ein ausgedehnter Emissionsnebel im Sternbild Skorpion und zählt zu den aktivsten Sternentstehungsgebieten in unserer Galaxie. Mit einer Entfernung von rund 5700 Lichtjahren zeigt der Nebel zahlreiche feine Details auf einer Fläche, die am Himmel so groß erscheint wie der Vollmond. Die Gesamtmasse des Nebelkomplexes wurde auf mindestens 220.000 Sonnenmassen bestimmt, wobei bisher erst etwa vier Prozent dieser Gasmasse in Sterne umgewandelt wurden.
Im sichtbaren Licht gliedert sich der Nebel in fünf voneinander getrennte Gebiete, die durch dichte Staubregionen gegeneinander abgegrenzt sind. Jedes dieser Teilgebiete wird durch seine eigene Population junger, massereicher Sterne zum Leuchten angeregt. Die charakteristische Anordnung der fünf Gebiete verleiht dem Komplex sein namensgebendes Erscheinungsbild: Von weitem betrachtet ähnelt die Struktur dem Pfotenabdruck einer himmlischen Katze.
Die Sternentstehungsaktivität in NGC 6334 ist bemerkenswert hoch. Im gesamten Nebelkomplex entsteht statistisch etwa alle 200 Jahre ein neuer Stern, in den dichtesten Kerngebieten sogar alle 130 Jahre. Das entspricht mehr als 5000 Sternen in einer Million Jahren. Das Alter des Nebels wird auf etwa zwei Millionen Jahre geschätzt. Gegenwärtig beherbergt er rund 2200 junge Sterne mit mindestens einer Sonnenmasse (S. Willis et al 2013 ApJ 778 96).
Der Detailausschnitt der zentralen Region zeigt verschiedene Nebeltypen auf engstem Raum nebeneinander. Den größten Flächenanteil nehmen die rot leuchtenden Hα-Emissionsgebiete ein, in denen ionisiertes Wasserstoffgas zum Leuchten angeregt wird. Daneben finden sich kleinere blaue und gelbliche Reflexionsnebel, deren zentralen Sterne nicht heiß genug sind, um das umgebende Gas zu ionisieren, sondern das Licht lediglich streuen. Unterschiedlich starke Staubbeimischungen entlang der Sichtlinie erzeugen zusätzlich feine Farb- und Helligkeitsvariationen über das gesamte Bildfeld.
Der zweite Ausschnitt zeigt Gum 61, die südwestliche Blase des Komplexes. Diese Struktur hebt sich durch ihre netzartigen Filamente deutlich vom übrigen Nebel ab. Sie entstehen, wenn der heftige Sternwind eines massereichen Sterns auf das umgebende interstellare Medium trifft und dort eine expandierende, instabile Schalenstruktur ausbildet.
Das Bild wurde zum APOD Brazil am 25.04.2026 gewählt.

| Datum: | 28.06.-03.07.2025 |
| Optik: | Planewave CDK 14 mit Televue 0.8x Reducer |
| Öffnung: | 350 mm |
| Brennweite: | 2050 mm |
| Kamera: | QHY268M |
| Belichtung: | L:R:G:B 54:30:29:27 x 600 s |
| Aufnahmeort: | Gemsbock Observatory, Rooisand Desert Ranch, Namibia |
| Bearbeitung: | PixInsight, Photoshop |
| Durchmesser: | 50 Lichtjahre |
| Entfernung: | 5700 Lichtjahre |



